Cape Wrath Trail und Isle of Skye in Schottland

2016 war ich mit einer Handvoll sehr lieber Menschen für zwei Wochen in Schottland unterwegs. Mit dem Flieger ging es von Berlin direkt nach Glasgow, wo wir die erste Nacht gleich mal auf dem Flughafen übernachtetet und erst um 5 Uhr morgens mit dem ersten Shuttle in die Stadt fahren konnten.

Wir waren sogar so früh unterwegs, dass die Eingänge vom Hauptbahnhof noch vergittert waren und Glasgow wie leergefegt wirkte.

Nur ein paar Stunden später ging es dann mit dem Zug weiter nach Ford William. Nach einer verrückten Taxifahrt auf der linken Spur waren wir auch schon am Startpunkt des Cape Wrath Trail angekommen.

Cape Wrath Trail

Die Idee war es, einen Teil des Cape Wrath Trail zu wandern und am Ende wieder in Ford William zu landen. Das bedeutete mehrere Tage allein in der wilden Natur. Nur mit Zelt und ein paar Tüten Essen im Gepäck.

20 Kilometer legten wir pro Tag circa zurück. Mit 15 Kilogramm auf dem Rücken ging es über Stock und Stein und durch sumpfige Landschaften. Mit trockenen Füßen ist man da selten über den Tag gekommen. Abends schlugen wir unser Zelt meistens an einem See auf und machten ein schönes Lagerfeuer, um uns zu wärmen und den ein oder anderen Tee zu kochen.

Das einfache Leben nur mit dem Nötigsten war ein totaler Kontrast zu meinem digital geprägten Alltag in Deutschland und war dadurch umso erholsamer!

Insgesamt waren wir so 5 Tage in der Wildnis unterwegs und hatten tierisches Glück mit dem Wetter! Wann hat man schon eine ganze Woche Sonnenschein in Schottland? ☀

Einen Abend übernachteten wir in einer Schutzhütte, wo wir das erste und letzte Mal auf diesem Trip einen anderen Wanderer begegneten. Lustigerweise war er auch ein Deutscher, der aber schon vor 20 Jahren nach Schottland ausgewandert war und jetzt auf der Isle of Skyee lebt. Er brachte uns auf die Idee unseren Plan etwas zu ändern und zu einem kleinen Ort zu wandern, wo uns ein Bus spontan auf die Isle of Skye bringen sollte.

Isle of Skye

Von der Isle of Skye haben sicherlich schon viele etwas gehört, umso überraschter war ich, als wir plötzlich auch dort waren. Unvorbereitet wie wir waren, stiegen wir in Portree aus dem Bus und liefen erstmal zur Touristeninformation, wo wir einen Deutschen und eine Französin kennenlernten, mit der wir die Nacht in stadtnähe wildcampten.

Am nächsten Tag entschieden wir uns schließlich mit dem Bus nach Dunvegan zu fahren und dort an der Westküste bis zum Neist Point zu wandern. Drei Tage hatten wir dafür Zeit und was soll ich sagen, es war ein wahrer Glücksgriff. Der Track führte uns stets am Meer entlang und anscheinend waren wir die Einzigen, die auf diesen Gedanken gekommen waren, denn wir trafen keine Menschenseele!

Als die Küste sich langsam in einen Steilabhang verwandelte, war die Landschaft wirklich beeindruckend! Wir hatten regelrechte Glücksanfälle bei den Aussichten.

Allein die Midges machten uns regelmäßg das Leben schwer. Das sind kleine, schottische Mücken die in riesigen Schwärmen auf einen losgehen. So mussten wir uns das ein oder andere Mal in unsere Zelt verstecken. Gerade als wir den vielleicht geilsten Platz zum Campen aller Zeiten direkt an der Steilküste gefunden hatten, waren sofort soviele Midges da, dass wir nur noch durch die Gegend rannten. Und ja ich bin dabei in ganz viel Schafskot getretten! 💩

Unser Zelt am Steilabhang

Zum Frühstück haben wir uns deshalb am nächsten Morgen auch ganz nah an den Abhang gedrängt, da dort der Wind die Midges etwas im Schach hielt. Versteht das jetzt aber nicht falsch, diese Viecher sind nicht nur auf der Isle of Skye, sondern überall in Schottland! Wir haben selten unser Zelt nicht rennend abgebaut!

Frühstück am Steilabhang

Nachdem wir auch die letzte Nacht trocken überstanden hatten, brach tatsächlich am letzten Tag der Regen aus den Wolken und wir machten uns schnell auf dem Weg zu unserem Ziel: Der Leuchtturm am Neist Point.

Unser letztes Zeltlanger auf der Isle of Skype

Dort angekommen, hing alles voller Nebel und den Leuchtturm entdeckten wir erst, als wir direkt vor ihm standen …

Rückweg

Mit Bus & Fähre ging es schließlich zurück ans Festland in den kleinen Hafenort Mallaig, wo wir das erste Mal wieder richtig einkaufen konnten. Äpfel, Kekse, Pommes … wie oft hatte man davon in den letzten Tagen geträumt?!

Und trotzdem realisierte ich in diesem Moment, dass man mit Bescheidenheit viel mehr Glück und Wertschätzung empfindet.

Fritz in Mallaig

Von Mallaig nutzen wir dann die Gelegenheit auf der berühmten Harry Potter Strecke zurück nach Ford William zu fahren. Erinnert ihr euch zum Beispiel noch an die Szene, wo Harry und Ron mit dem fliegenden Auto den Hogwarts Express verfolgen. Dort ist eine uralte Steinbrücke zu sehen … über diese sind wir auch drübergefahren!! 🚂

Wieder zurück in Glasgow waren wir überrascht, wie schön und beliebt die Stadt doch tatsächlich ist. Dennoch war es wieder ein kleiner Kulturschock, der einen auch ins grübeln brachte.

Innenstadt von Glasgow

Zum Schluss noch eine kleine Huldigung für unser heißgeliebtes Reisespiel ‚Tichu‘! Das Spiel ist wirklich genial und ideal geeignet für alle Doppelkopf & Co Liebhaber!

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